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Hörvergnügen
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Im Gegensatz zu Fontanes größeren Romanen, in denen es meist um Gesellschaftskritik und Frauengestalten geht, ist es hier ein Mord, der im bäuerlichen Milieu des Oderbruchs geschieht, unter Bauern nach den napoleonischen Kriegen. Unterm Birnbaum wird eine Leiche ausgegraben, die Dorfbevölkerung macht sich ihre Gedanken, die Bediensteten glauben, daß es spuke und eine alte Frau versteht sich auf die Stimmen der Geister. Prachtvolle Dialoge zeigen das Leben und Denken der Landleute. Fontane ist in seinem Element, wenn er Menschen und Landschaft schildert. Wer Fontanes größere Werke schätzt, sollte sich diese kleinere Arbeit nicht entgehen lassen, weil sie den Dichter von einer anderen Seite zeigt.
Ein Genuß für sich ist der Sprecher Gert Westphal, der glänzend plattdeutsch spricht, jeder Person ihren eigenen Ton gibt und es fertigbringt, ein Gespräch im Dorfgasthaus zwischen fünf oder mehr Personen so zu gestalten, als sprächen alle diese Personen zugleich und durcheinander.
Für Westphal 5 Sterne, für die Geschichte 4 Sterne
Eine Rezension von Peter Rechenberg Linz, Österreich
vom 23. Juli 2009 |